Teil 5 – Das Vorstellungsgespräch – Die 7 meistgestellten Fragen im persönlichen Vorstellungsgespräch!

Teil 5 – Das Vorstellungsgespräch – Die 7 meistgestellten Fragen im persönlichen Vorstellungsgespräch!

30. April 2013Tags: Keine Kommentare Stefan

Mittlerweile gibt es viele standardisierte Auswahlprozesse, um die Vergleichbarkeit der Bewerber besser gewährleisten zu können. Das bietet Ihnen die Möglichkeit, sich vorab auf Tests und mögliche Fragen vorzubereiten. Wir stellen Ihnen die „Top 7“ der Fragen vor, die Ihnen Ihre Gesprächspartner aller Voraussicht nach stellen werden — und geben Ihnen (hoffentlich) hilfreiche Tipps, wie Sie am besten damit umgehen können.

Bei all diesen Fragen sollten Sie sich überlegen: Was möchte mein Gegenüber über mich wissen? Warum stellt er diese Frage?

Das situationsabhängige Hervorheben und Umformulieren verschiedener Merkmale ist erlaubt und kann helfen, Ihren Lebenslauf in Abhängigkeit von der jeweiligen Position im richtigen Licht erscheinen zu lassen. Lügen können jedoch erhebliche Nachteile haben und sind definitiv nicht zu empfehlen. Überlegen Sie sich vorher, was Sie im Gespräch über sich vermitteln wollen — was sind also Ihre USPs (= „Unique Selling Propositions“ = Alleinstellungsmerkmale)? Versuchen Sie dabei nicht, dem Gegenüber nach dem Mund reden, sondern bleiben Sie sich treu und tretet Sie authentisch auf.

1. „Können Sie mir kurz Ihre wichtigsten Punkte aus Ihrem Lebenslauf zusammenfassen?“

Hierfür sollten Sie natürlich ebenfalls vor dem Gespräch Ihren Lebenslauf durchlesen und durchdenken, um zu überlegen, wo die „Knackpunkte“ liegen und wo der rote Faden verläuft. Ebenfalls sollten Sie für jede Ihrer Stationen im Lebenslauf nach dem „Warum?“ zu fragen und eine Antwort zu formulieren. Meistens möchte Ihr gegenüber nämlich wissen, warum Sie den jeweiligen Studiengang gewählt, das Praktikum als XY oder das Auslandssemester in YX gemacht haben. Hier sind durchaus auch private Argumente zulässig, so lange es nicht zu extrem wird. Haben Sie beispielsweise ein Auslandssemester auf Hawaii gemacht, werden Ihnen die wenigsten glauben, dass das nur fachliche Hintergründe hat 😉

2. „Was sind Ihre Stärken/Schwächen?“

Die Alternative zu dieser simplen Frage kann lauten: „Was sind Ihre bisher größten Erfolge und was war Ihr größter Misserfolg?“ bzw. „Was können Sie besonders gut?“ Eine Abwandlung dieser Frage könnte auch lauten: „Wenn ich jetzt einen Freund von Ihnen anrufe, was würde er mir über Sie erzählen?“ Mit diesen Fragen wird überprüft, ob Sie sich selbst gut einschätzen können.

Ihre Stärken zeichnen Sie aus und heben Sie (im Idealfall) von den anderen Mitbewerbern ab. Eigenschaften wie Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit, Motivation und Lernbereitschaft werden vorausgesetzt — wenn danach gefragt wird, kann eine Antwort beispielsweise so aussehen:  „Ich bin in der Lage mich schnell in neue Themenfelder einzuarbeiten, da ich schon während meines Studiums zu den langen Lernphasen parallel gearbeitet habe, und deswegen extrem effizient sein musste.“ Die Aussage zeugt von Motivation, einer schnellen Auffassungsgabe und Lernbereitschaft. Ideal ist es natürlich, wenn Sie auf der einen Seite Stärken nennen, die Ihr Gegenüber nicht schon 50 Mal vorher gehört hat — und wenn Sie diese Stärken auch mit Punkten aus Ihrem Lebenslauf belegen können.

Jeder Mensch hat natürlich auch Schwächen. Überlegen Sie sich im Vorfeld, was Ihre Schwächen sind bzw. was Sie als Schwäche darstellen wollen, was vielleicht aber auch als Stärke ausgelegt werden kann. Die Antwort, dass man keine Schwächen hat, wirkt überheblich, ist unehrlich und spiegelt sicherlich auch nicht Ihre Persönlichkeit wider. Oder würden Sie gerne mit jemandem zusammenarbeiten, der sich für unfehlbar hält? Es gilt das Prinzip potentielle Schwächen zu nennen und (falls möglich) zu Stärken zu machen. Zum Beispiel könnten Sie es so formulieren: „ Ich habe wenig Erfahrung mit dem Programm XY, habe aber gelesen, dass Sie hierfür Schulungen anbieten.“ Außerdem sollten Sie darauf achten, nicht die Schwächen zu nennen, die jeder andere auch nennt — es ist schon oft passiert, dass der Gesprächspartner diese nicht gelten lässt, und weiter nachbohrt. Zu diesen „Alibi“-Schwächen gehören beispielsweise Perfektionismus, Überpünktlichkeit und Ungeduld. Ideal ist es natürlich, wenn Sie eine Schwäche nennen, aber gleichzeitig auch erwähnt, dass Sie diese Schwäche durch bestimmte Maßnahmen auszubügeln versuchen. Beispielsweise: „Ich priorisiere oft nicht richtig. Ich versuche das aber zu beheben, indem ich meine ToDo-Liste nach A-, B- und C-Prioritäten gegliedert habe, und zuerst die A-Tasks abhake, bevor ich mich weiter zu den B- und C-Aufgaben vorarbeite.“

Es ist einfach wichtig (und darüber hinaus extrem lehrreich und interessant!), dass Sie sich vor dem/den Vorstellungsgespräch(en) sehr eingehend mit sich selbst beschäftigen, um Ihre Stärken, Schwächen und Erwartungen abzuklopfen. Außerdem sollten Sie auch die Webseiten der Unternehmen lesen, um zu verstehen, welchen Fokus die einzelnen Beratungen legen — dabei wird zumeist zwischen dem Branchen- (z.B. Banken, Versicherungen, Pharma, Automotive) und dem funktionalen (z.B. Strategie, Transaktionen/M&A, Business Development, Performance Improvement) Fokus unterschieden. Hier können Sie auch super erkennen, ob die Beratung überhaupt zu Ihnen passt — denn es geht nicht nur darum, ob Sie zu der Beratung passen, sondern auch, ob sie zu Ihnen passt.

3. „Wieso haben Sie in dem Fach XY so schlecht abgeschnitten?“

Hier gilt das Gleiche wie bei den Schwächen: Keiner ist perfekt und kann alles gleich gut meistern. In diesem Fall versucht man Sie unter Druck zu setzen und herauszufinden, wie Sie mit Niederlagen umgehen und auf etwas frechere Fragen reagieren — Sie sollten also vor allem Ruhe bewahren. Außerdem empfiehlt es sich weitestgehend ehrlich zu sein. Natürlich sollten Aussagen wie „Der Dozent war einfach schlecht.“ vermieden werde. Besser wäre es einfach zuzugeben, dass Sie beispielsweise keinen Hang zum Fach XY haben, aber bereit sind, daran zu arbeiten. Oder, dass Sie zum Beispiel zu viel für andere Klausuren gelernt haben, und deswegen für diese Klausur nur noch wenige Tage Zeit hatten (was natürlich auf der anderen Seite kein gutes Licht auf euer Zeitmanagement wirft).

4. „Wieso haben Sie sich für die Position XY entschieden?“

Wenn Sie sich auf eine Stelle beworben haben, wissen Sie (hoffentlich) auch, warum und können das entsprechend begründen. Argumente, dass Sie gerade nichts Besseres gefunden haben, oder nur am Geld interessiert sind, sollten Sie natürlich vermeiden.

Idealerweise hängt Ihre Berufswahl mit Ihren persönlichen Interessen zusammen. Überlegen Sie sich also, was Sie genau an der Position reizt und warum Sie (und nicht ein anderer Bewerber) dafür besonders geeignet seid. Haben Sie in Ihrer Jugend oder im Studium bestimmte Interessen entdeckt, beispielsweise das Entwickeln von kleinen Programmen oder eine Vorliebe für die Organisation von Veranstaltungen und anderen Dingen? Dann können Sie beispielsweise Ihre Berufswahl als Softwareentwickler oder als Projektmitarbeiter sehr gut begründen.

Aussagen über persönliche Interessen und Überzeugungen (zum Beispiel politischer Natur), die nicht mit der Firmenphilosophie oder der ausgeschriebenen Position vereinbar sind, haben in einem Bewerbungsgespräch nichts zu suchen, da sie Ihnen im Prinzip nur schaden können.

5. „Wieso möchten Sie gerade bei uns einsteigen?“

Ein Personaler möchte wissen, warum Sie sich gerade bei diesem Unternehmen beworben haben. Vermeiden Sie Antworten wie: „Eigentlich kommt es mir nur auf die Stelle an.“ oder Ähnliches. Natürlich können Sie auch sagen, dass es Ihre Wunschposition ist, nach der Sie schon lange gesucht haben. Überlegen Sie sich aber, ob euer Gegenüber euch das “abnimmt” und ob es wirklich so ist. Wichtig bei dieser Frage ist, dass Sie sich im Vorfeld gut vorbereitet haben und Ihr euch über das Unternehmen, seine Produkte und Dienstleistungen informiert habt, diese auch versteht und wiedergeben könnt. Außerdem sollten Sie sich mit der Mission, Vision, den Werten und Ansichten des Unternehmens zumindest größtenteils identifizieren können.

6. „Wo sehen Sie sich in 5 Jahren?“

Auch diese Frage wird sehr häufig gestellt. Dabei ist keineswegs gemeint, dass Sie einen in Stein gemeißelten, wöchentlichen Plan für Ihre Zukunft haben sollen. Es kommt lediglich darauf an, dass Sie etwas darüber sagen können, wo Sie sich in 5-10 Jahren sehen und warum Sie dorthin wollen bzw. welche Motivation dahinter steht. Besonders hier ist es sinnvoll, das mit vergangenen Erfahrungen/Positionen aus Ihrem Lebenslauf zu belegen. Wenn Sie zum Beispiel in die Beratung wollen, sollten Sie begründen können, welche Erfahrungen Sie dazu geführt haben, was Sie dazu befähigt und welche Aspekte Sie daran reizen.

7. „Haben Sie noch Fragen an uns?“

Hier geht es vor allem darum, ehrliches Interesse zu zeigen. Viel wichtiger dabei ist allerdings, dass Sie die Chance haben, Fragen zu stellen, die so nicht auf der Firmen-Homepage beantwortet werden (können). Denken Sie an Ihre Liste, die eigenen Wünsche und Vorstellungen — welche Erwartungen haben Sie an das Unternehmen, an die Stelle, an die Kollegen und Vorgesetzten? Fragen nach der Zahl der Urlaubstage oder der Bezahlung von Überstunden wirken negativ und wirken so, als ob Sie noch bevor Sie angefangen haben nur an Urlaub und Geld interessiert sind. Falls Sie eingestellt werden, kann die Frage immer noch nachträglich geklärt werden. Mögliche weitere Fragen können sein:

  • Wie groß ist sind die Teams/mein Team, in denen gearbeitet wird?
  • Wie sieht die Altersstruktur im Unternehmen aus?
  • Wie sieht die Verteilung der Mitarbeiter auf die verschiedenen Hierarchiestufen aus?
  • Habe ich die Möglichkeit (Teil-)Projektverantwortung zu übernehmen?
  • An welchen Onboarding-Maßnahmen kann ich als Einsteiger teilnehmen?
  • Welche Aus-und Fortbildungsmöglichkeiten werden angeboten? Sind die standardisiert oder individuell auf die Entwicklungsfelder der Mitarbeiter ausgerichtet?
  • Welche Märkte oder Zielgruppen werden erschlossen?
  • Gibt es Expansionspläne und wenn ja, wie sehen sie aus?
  • Wie geht der Einstellungsprozess weiter bzw. wann kann ich mit einem Feedback rechnen?

Wir hoffen, dass wir Ihnen damit einen kleinen Einblick geben konnten, was Sie in einem Vorstellungsgespräch erwarten könnte. Haben Sie Fragen dazu? Oder gibt es noch andere Fragen im Vorstellungsgespräch, die Ihrer Meinung nach oft gestellt werden? Dann nutzen Sie doch das Kommentarfeld weiter unten und hinterlassen Sie uns einen Kommentar — oder nutzen Sie den Like/Share/Tweet-Button, um die Informationen mit anderen zu teilen 🙂

(Quelle: http://www.bildung-news.com/bildung-und-karriere/bewerbung/10-fragen-und-antworten-beim-vorstellungsgesprach/)

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