SMARTe Ziele – Teil 5

SMARTe Ziele – Teil 5

2. Februar 2016Tags: Keine Kommentare Simon Krüger

Vielleicht haben Sie die Formel für SMARTE Ziele schon ausprobiert, aber sie schlägt nicht an…

Wir nennen Ihnen Gründe, weshalb es bei Ihnen vielleicht nicht geklappt hat.

Beispiele für SMARTe Ziele

  • Bis zum 01.01.2020 steigern wir den Verkauf von Produkt XY auf einen monatlichen Absatz von 20.000 Stück.
  • Ich nehme durch gesünderes Essen und zweimal Sport pro Woche bis zum 01.01.2015 15kg ab.
  • Durch Prozessoptimierungen in der Abteilung ABC steigern wir bis zum 01.01.2020 die Durchlaufzeit von Support-Tickets von 48 auf 36 Stunden maximale Antwortzeit.
  • Das neu eingeführte Produkt XY soll seinen Break-Even (seine Gewinnschwelle) spätestens 6 Monate nach der Markteinführung erreichen.
  • Im zweiten Geschäftsjahr des Start-Up soll der Netto-Gewinn in den ersten zwei Quartalen bei mindestens 20.000,- € liegen.

Gründe, warum Sie Ihre Ziele nicht erreichen

Wie bereits erwähnt, sind Ziele Wegweiser und Wegbereiter hin zu einem konkreten und definierten Ergebnis zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft. Ziele sagen Ihnen also ganz genau, was Sie wollen (oder bei fremdbestimmten Zielen: zu wollen haben). Das wiederum führt zu den ersten Punkten, aus welchen Ziele scheitern können.

  1. Das Ziel ist konträr zu Ihren persönlichen Werten und Vorstellungen

Das Wertesystem eines Menschen ergibt sich aus allen gesammelten Eindrücken und Erfahrungen seit der frühesten Kindheit bis zum heutigen Tag. Es besteht aus Erziehungsmaßnahmen, Vorstellungen vom eigenen Leben, äußeren Lebensumständen und sozialen Einwirkungen – ohne diese Werte wären wir zwar nicht wertlos, aber ziemlich chaotisch und kopflos.

Ziele, die eigentlich motivieren sollen, machen in diesem Fall jedoch genau Gegenteiliges. Die Motivation sinkt, wenn die Ziele konträr zum persönlichen Wertesystem stehen. Es kann sogar vorkommen, dass gegen ein Ziel gearbeitet wird. Fragen Sie einmal einen Greenpeace-Mitarbeiter, ob dieser das Projekt „Walfangflotte 2.0“ mitplanen möchte. Entweder wird er Ihnen einen Vogel zeigen, oder sabotieren, wo er nur kann.

  1. Es ist nicht Ihr Ziel

Sie haben ein Ziel gesetzt bekommen, übrigens das, was viele Chefs unter „Zielvereinbarung“ verstehen, statt es sich selbst zu setzen. Das Ziel wurde an Sie herangetragen oder Ihnen gar aufgetragen. Sie müssen es nun erreichen. Da es sich hierbei um ein fremdes Ziel handelt, fehlt Ihnen die Motivation und Leidenschaft, das Ziel erreichen zu wollen. Andere Ziele und Vorgaben leiden unter diesem Umstand.

  1. Zu unrealistisch

Ziele, gerade Ziele welche SMART definiert sind, sollten nach Möglichkeit auch fordernd und nicht zu lasch formuliert werden. Doch auch wer jede Woche 20 Kilo abnehmen möchte, hat zwar ein Ziel, wird es aber aus eigenem Antrieb (ohne OP o.Ä.) wohl kaum schaffen – das Ziel war zu unrealistisch. Achten Sie darauf, dass Ihre Stärken und Talente ein Ziel erreichbar machen. Realistisch ist ein Ziel, wenn Sie alle Ressourcen auf dem Weg vom Ausgangspunkt bis hin zur Zielerreichung nutzen können. Salopp: Wer laufen gehen möchte, sollte auf die Ressource „Beine“ zugreifen können, oder sich einen spannenden alternativen Sport suchen.

  1. Stärken und Talente werden nicht gefordert und/oder gefördert

Ein in der Praxis sehr oft unterschätzter Faktor sind die persönlichen Stärken und Talente. Geht einem die Arbeit leicht von der Hand und werden Etappenziele durch die Überwindung von Herausforderungen erreicht, sind dies kleine und motivierende Erfolge auf dem Weg zum großen Ganzen. Wer jedoch nur gegen Mauern rennt und ausschließlich mit den eigenen Schwächen zu kämpfen hat, lernt zwar im besten Fall viel dazu – wird aber bei weit entfernten Zielen eher aufgeben.

  1. Ihnen fehlt die Zeit

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Es soll Menschen geben, die einmal pro Jahr ein Feuerwerk in den Himmel schießen und sich vornehmen, im kommenden Jahr mehr Sport zu treiben. Das Ziel ist schnell gesetzt, ohne den tatsächlichen Aufwand absehen zu können. Der (Arbeits-)Alltag lässt wiederum kaum Zeit für das Vorhaben. Überlegen Sie bereits in der Phase der SMARTen Zielformulierung, WANN Sie Zeit haben das Ziel umzusetzen. Bestenfalls definieren Sie diesen Wert bereits in der Formulierung. Zum Beispiel: „Jeden Montag nach der Arbeit treibe ich mindestens eine Stunde lang Sport“.

  1. Es fehlt die Priorität

Sie wollen morgens vor der Arbeit mit dem Hund raus, müssten, um ausgeschlafen auf die Arbeit zu kommen, aber eine Stunde früher, sprich um 21.15 Uhr, schlafen gehen. Ihre Lieblingsserie am Vorabend geht aber bis 22.15 Uhr. Länger wach bleiben um die Serie zu gucken oder früher aufstehen, was wird wohl mehr Priorität genießen?

  1. Sie geben zu früh auf

Wer weiß, ob nicht der nächste Versuch geklappt hätte, wenn Sie es nicht versuchen? Wenn Ihr Ziel mit Ihren Werten übereinstimmt und eine hohe Priorität genießt, lassen Sie sich nicht durch Rückschläge verunsichern und aus der Bahn werfen. Versuchen Sie es weiter, nur eventuell ein bisschen anders. Lernen Sie aus Rückschlägen.

  1. Fehlende Struktur und chaotisches Vorgehen

Man erreicht Ziele, indem man einen Schritt vor den anderen setzt – egal, ob im Projektmanagement oder im Privatleben. Wenn Sie Ihr Ziel nicht in kleinere Etappen aufteilen, verlieren Sie schnell den Überblick, im Endeffekt wird das Ziel nicht erreicht oder man ist einen großen Umweg gelaufen. Strukturieren Sie Ihr Vorgehen, indem Sie sich Teilziele setzen.

  1. Sie suchen keine Unterstützung

Ob ein Trainer im Fitnessstudio, ein Mentor beim beruflichen Aufstieg oder ein Partner, der einen mitreißen und motivieren kann: Ziele lassen sich einfacher umsetzen, wenn Sie sich helfen lassen. Entweder durch jemanden, der das Ziel bereits erreicht hat, oder jemanden, der bereits mehreren Personen geholfen hat, ein vergleichbares Ziel zu erreichen.

Ich kenne den Stolz etwas alleine leisten zu wollen, ich erreiche meine Ziele meist auch, mit Hilfe von außen wäre es jedoch mit Sicherheit viel einfacher und mit geringerem Aufwand verbunden gewesen.

Achtung: Hinterfragen Sie unbedingt Ratschläge von Menschen, die nicht da stehen, wo Sie hin wollen! Unverheiratete wissen sehr oft, wie man eine gute Ehe führt, Kinderlose kennen die perfekten Erziehungsmethoden und Leute, die gerade so über die Runden kommen, wissen, wie man viel Geld machen kann… Das sollte Ihnen zu denken geben.

  1. Sie haben Angst

Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist das Unterbewusste und der Respekt davor, was passiert, wenn das Ziel wirklich eintritt. Sie werden befördert – halten Sie dem Druck und den Anforderungen wirklich stand? Sie nehmen 30 Kilo ab – kommt Ihre Haut hinterher oder müssen Sie doch unter das Messer? Machen Sie sich die Auswirkungen des Zieles bewusst, sagen Sie klar „Ja“ oder „Nein“ dazu. Sollte Ihre Antwort „Nein“ lauten, formulieren Sie das Ziel um, bis es mit Ihren tatsächlichen Vorstellungen vereinbar ist.

 

SMARTe Ziele – Teil 1

SMARTe Ziele – Teil 2

SMARTe Ziele – Teil 3

SMARTe Ziele – Teil 4


    
                                                												
											

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