Einfluss der Corona-Krise auf die Digitalisierung – Eine Selbstreflektion aus der Beraterperspektive

Einfluss der Corona-Krise auf die Digitalisierung – Eine Selbstreflektion aus der Beraterperspektive

27. Mai 2020Tags: Keine Kommentare Charlotte Zohner

von Esra Ü.

Unter Digitalisierung kann sich heute jeder etwas vorstellen. Gerade mit Hinblick auf die Corona-Krise fällt dieser Begriff häufiger denn je. In diesen Zeiten kann die Digitalisierung von Unternehmen zum Erfolgsfaktor für Unternehmen werden und entscheidet mitunter über deren Arbeits-, Zukunfts- oder sogar Überlebensfähigkeit.

Fernarbeit – Arbeiten von daheim

Eine der Maßnahmen, um den Betrieb digital zu gewährleisten, ist die sogenannte Fernarbeit. Vor der Corona-Krise erlaubten lediglich vier von zehn Unternehmen, also ca. 39 Prozent, Fernarbeit. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung unter mehr als 800 Geschäftsführenden und Personalverantwortlichen von Unternehmen im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Als Reaktion auf die Corona-Krise haben neun von zehn Unternehmen ihren Mitarbeitern empfohlen fernzuarbeiten. Dabei wurden zwei Drittel sogar obligatorisch dazu angewiesen (Umfrage Bitkom vom April 2020). Die Studie ergab außerdem, dass die Unternehmen, die sich frühzeitig auf die Digitalisierung eingelassen haben, in dieser Krisensituation ganz klar einen Wettbewerbsvorteil haben. Ein weiteres interessantes Ergebnis dieser Studie ist, dass kleine und mittelständische Unternehmen kaum eine Digitalstrategie haben. Doch gerade in diesen Zeiten ist eine vorhandene Digitalstrategie für Unternehmen wichtiger als je zuvor.

 Die Talentschmiede setzt auf Digitalisierung

Die Wichtigkeit der Digitalisierung hat die Talentschmiede mit ca. 70 Mitarbeitern bereits zuvor verstanden und von Beginn an dafür gesorgt, dass die digitale Arbeitsfähigkeit gesichert ist. Eine hundertprozentige Fernarbeit ist jedoch auch für die Talentschmiede eine komplett neue Situation. Neben den klassischen Kommunikationstools wie Telefon und E-Mail, setzt das Unternehmen bei der digitalen Kommunikation auf Tools wie Zoom oder Slack.

Aus der Beraterperspektive

Auch unsere Berater im Kundeneinsatz haben nun permanent mit der Fernarbeit zu tun. Daher haben wir uns mal umgehört und gefragt, wie der digitale Arbeitsalltag unserer Berater aussieht, welchen Hürden sie begegnen oder auch, was ihnen, außer der Sicherheit, die Ansteckungsrate nicht unfreiwillig zu erhöhen, an der Remote Arbeit besonders gefällt.

  • Kommunikation

Mit Hinblick auf die Kommunikation im Projekt berichten unsere Kollegen, dass es mitunter schwer sein kann, Projektkollegen im Home Office zu erreichen. Die Planung von Terminen und Absprachen dauert zum Teil länger und ist aufgrund der unterschiedlichen Begebenheiten im Home Office schwieriger. Das Erreichen der Führungskräfte erscheint dabei auch schwieriger, da diese nun mehr in Videocalls eingebunden werden. Obwohl die Kommunikation im Home Office anders läuft als wir es bisher gewohnt sind, kann durch einen festgelegten zeitlichen Ablauf der Projekttermine und einen bestimmten, teamspezifisch festgelegten Kommunikationsprozess eine gute Arbeitsbasis geschaffen werden.

  • Teamarbeit

In diesem Kontext waren wir zudem neugierig, wie die Teamarbeit im Home Office denn funktioniert. Unsere Kollegen gaben an, dass mehr Abstimmung und Koordination benötigt wird. Das liegt vor allem daran, dass einige Kollegen, beispielsweise aufgrund der Kinderbetreuung, nur zu bestimmten Zeiten arbeiten können. Die Frage, ob es qualitätstechnische Arbeitseinbußen gibt verneinten all unsere Kollegen. Man arbeite wesentlich konzentrierter und effizienter, da man (meist) ungestörter durcharbeiten könne.

  • Arbeitsalltag

Weiterhin interessierte uns, ob unsere Berater sich einen neuen Arbeitsrhythmus angeeignet haben. Eine besondere Änderung gäbe es nicht. Die Einsparung der Wegzeit ermöglicht es einigen Kollegen, länger zu schlafen. Trotzdem fällt es ihnen mitunter schwer, Feierabend zu machen, da sie für Projektkollegen ständig erreichbar sind und der Arbeitsplatz der gleiche Ort, wie das zu Hause ist. Und was machen unsere Kollegen zum Ausklingen ihres Arbeitstags? Einige führen ihre sportlichen Hobbys, wie Tanzen, Speedmanton und Reiten weiter, wohingegen andere angeben, dass sie nun längere Spaziergänge machen oder auch mal einfach auf der Couch entspannen und Musik hören.

  • Unterschiede

Zu guter Letzt war uns wichtig zu erfahren, was unseren Kollegen am meisten am regulären Arbeitsalltag fehlt. Einstimmig antworteten alle, dass sie Ihre Kollegen vermissen, den Smalltalk, das gemeinsame Mittagessen und die Albernheiten, die den Arbeitsalltag färben und ein virtueller Kaffee nicht zu 100% ersetzen kann.

 

Quellen

https://www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Kurzberichte/PDF/2020/IW-Kurzbericht_2020_Corona_Stresstest_Digitalisierung.pdf vom 14.05.2020

https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Vier-von-zehn-Unternehmen-setzen-auf-Homeoffice vom 14.05.2020

https://www.bitkom-research.de/de/pressemitteilung/digitale-wirtschaft-schickt-ihre-mitarbeiter-flaechendeckend-ins-homeoffice vom 14.04.2020

https://bitkom.org/sites/default/files/2020-03/bitkom-charts-digitalisierung-der-wirtschaft-01-04-2020_final.pdf S. 5

https://bitkom.org/sites/default/files/2020-03/bitkom-charts-digitalisierung-der-wirtschaft-01-04-2020_final.pdf S. 7

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