Alternativen zum klassischen Cloud Computing (1)

Alternativen zum klassischen Cloud Computing (1)

26. November 2021Tags: Keine Kommentare Anna Martin

Im Jahr 2021 stellt die „Cloud“ eine wichtige Stütze in der Datenspeicherung dar, sei es im Privaten oder in Unternehmen. Wir wollen heute die Frage nach möglichen Alternativen stellen und dazu drei Optionen näher betrachten.

Wieso besteht allerdings die Frage nach Alternativen? Cloud Computing wurde bereits in den späten 1990er Jahren populär. Mit dem Aufkommen des Internets der Dinge nutzten Unternehmen Cloud Services, um Kundendaten zu sammeln, zu analysieren und zu nutzen – alles von einem sicheren Ort aus in Form von zentralen Servern oder Datenspeichern. Unternehmen greifen dafür meist über eine Anwendungsprogrammierschnittstelle (API) auf den gewählten Cloud Service zu. Trotz der Vorteile, die die Cloud-Software bietet, laufen diese Programme nicht ohne Risiken. Steigende Cloud-Kosten, Ausfallzeiten und Sicherheitsbedrohungen haben zum Aufkommen von Cloud-Computing-Alternativen geführt.

In diesem Artikel werden wir aufkommende Alternativen zu herkömmlichen Cloud-Plattformdiensten untersuchen und herausfinden, ob sie langfristig tragfähig sein können.

 

Warum Unternehmen Cloud Computing-Alternativen brauchen

Es gab eine Zeit, in der wir dachten, dass die klassische Cloud nicht mehr wegzudenken sei: Die Möglichkeit, Lösungen zur Datenspeicherung auszulagern, senkt nicht nur die Kosten des Unternehmens für einzusetzende Hardware und Mitarbeiter. Sie steigert auch die Produktivität, die Skalierbarkeit und gewährleistet eine hohe Rechenleistung, da Cloud-Anbieter ihre Hardware regelmäßig aktualisieren. Darüber hinaus zeigen die Statistiken zum Cloud Computing, dass die Branche von etwa 24 Milliarden Dollar im Jahr 2010 auf über 150 Milliarden Dollar im Jahr 2021 gewachsen ist. Außerdem verfolgen 81 % aller Unternehmen in den USA eine Multi-Cloud-Strategie, also z. B. die Nutzung von Amazon Web Services und Microsoft Azure, um die Datenspeicherung zu diversifizieren und mögliche Ausfälle zu minimieren.

Trotz allem hat die Cloud-Nutzung auch ihre Grenzen. Laut Fidelis Cybersecurity wirft die Cloud-Nutzung ernsthafte Sicherheitsbedenken für Unternehmen auf.  Dezentralisierte Cloud-Dienste hingegen bieten eine größere Bandbreite, einen effizienteren Service und eine verbesserte Sicherheit zu noch günstigeren Preisen. Darüber hinaus dauert es bei herkömmlichen Cloud-Plattformen in der Regel einige Minuten, bis eine Verbindung zu IoT-Geräten und -Anwendungen hergestellt ist. Mit Fog und Edge Computing kann die Kommunikation innerhalb von Millisekunden beginnen. Laut einer kürzlich von Automation World durchgeführten Umfrage setzen 43 % der Befragten derzeit Edge- und Fog-Computing ein.

 

3 Alternativen zum Cloud Computing

Nicht alle Daten, die man erhält, müssen unbedingt in der Cloud gespeichert werden. Wenn Sie alle Ihre Daten trennen und nur die sensiblen Daten in die Cloud verlagern, können Sie erhebliche Einsparungen erzielen. An dieser Stelle kommen alternative Cloud-Computing-Lösungen ins Spiel.

Fog Computing, Edge Computing und Project Solid sind die drei bekanntesten Cloud Computing-Alternativen, weshalb wir diese Optionen nun genauer untersuchen:

  1. Fog Computing

Fog Computing ist eine teilweise dezentralisierte Lösung. Es interagiert mit eingebetteten Systemen und Gateways über ein lokales Netzwerk. Dies trägt dazu bei, die Cloud zu entlasten und den Bedarf an die verfügbare Bandbreite zu reduzieren, da nicht jedes Datenstück an den zentralen Datenendpunkt übertragen werden muss. Stattdessen können ausgewählte Aufgaben in den “Minirechenzentren” in lokaler Nähe ausgeführt werden. Der dadurch verkürzte Weg der Daten von den Endgeräten zum Ort der Datenverarbeitung sorgt für die Minimierung der Latenz- und somit auch der Bearbeitungszeiten.

  1. Edge Computing

Edge Computing analysiert die Daten am “Rand” des Netzwerks und verarbeitet sie direkt am gewünschten Endgerät, was die Latenzzeit noch weiter verringert als Fog Computing. Beim Edge Computing arbeitet jedes angeschlossene Gerät mit einem “Micro Controller”, der die Kommunikation zwischen anderen lokalen Geräten und die lokale Datenverarbeitung ermöglicht. Daher bietet es hohe Leistung, verbesserte Sicherheit, reduzierte Ausfallzeiten und geringere Latenzzeiten.

In Teil 2 gehen wir auf die dritte Alternative Project Solid ein und wollen beantworten, ob die drei Dienste langfristig tragfähige Alternativen sein können. Ebenso werfen wir einen Blick auf drei weitere Cloud Dienste vor, die in ihrer Nische potenzielle Vorteile bieten.

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