Algorithmen: ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens

Algorithmen: ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens

11. Januar 2019Tags: Keine Kommentare Oxana Martevaia

Was sind eigentlich Algorithmen? In welcher Form werden diese heutzutage verwendet? Und wie transparent sollten wir diese in unserem Unternehmen nutzen ohne dabei an Sicherheit zu verlieren?

Algorithmen sind bereits ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens. Während das Wort Algorithmus häufig mit Datensammlung oder Suchverfahren von großen Technologieunternehmen in Verbindung gebracht wird, ist die Definition wesentlich allgemeiner. Ein Algorithmus beschreibt eine Abfolge von Schritten, welche bei der gleichen Eingabe, immer zum gleichen Ergebnis führt. Eine Untergruppe von Algorithmen sind Rechenvorschriften. Sie beschreiben in der Mathematik Handlungsanweisungen bezüglich Zahlen. Ein Beispiel ist der BMI (Body Mass Index).

Mit einer solchen Definition können wir einfache Schritte nachvollziehen, um ein gewünschtes Ergebnis zu erhalten. Während Algorithmen in fast allen Lebensbereichen eingesetzt werden, wollen wir uns auf die informationstechnischen Algorithmen konzentrieren. Diese bergen neben enormen Chancen, auch Herausforderungen. Besonders in technischen Bereichen werden eine Vielzahl an Algorithmen angewandt. Einige Einsatzorte sind wie bereits erwähnt, Suchergebnisse oder die Kategorisierung von Daten. Hierbei wird vom Prozess der algorithmischen Entscheidungsfindung (algorithmic decision making, ADM) gesprochen.

Generell sollte uns immer bewusst sein, ADM denkt nicht. Das Ergebnis ist das Resultat einer Abfolge, die bei der Erstellung fest definiert wurde. Dies impliziert, dass ein ADM niemals neutral ist. Der Schöpfer oder Auftraggeber von ADM-Prozessen ist hierbei für das Verhalten verantwortlich. So zeigt zum Beispiel Google in einer Suche für „Restaurant in Frankfurt“ nicht das Beste in Frankfurt, sondern ein gut bewertetes in deiner Nähe als erstes an.

Aktuell

Ein aktuelles Beispiel für den Einsatz von Algorithmen gibt es in den Niederlanden (Stand Juli 2018). Durch ein System zur Risikobewertung werden Daten von Bürgern per Algorithmus überprüft und diese daraufhin bewertet. Das System stuft Bürger anhand von bis zu 17 Kategorien ein. Die Liste der Kategorien reicht von Beschäftigungsdaten, Angaben zu Bußgeldern und Steuerdaten über Daten zu staatlichen Unterstützungsleistungen, Angaben zum Wohnsitz, Daten der Einbürgerungsbehörde, Daten zur Re-Integration am Arbeitsplatz nach längerer Krankheit und zu persönlichen Schulden bis hin zu Angaben zum Krankenversicherungsstatus. Eine Auskunft, welchen Status der einzelne Bürger erhält gibt es nicht. Auch ist nicht offengelegt wie das System genau bewertet.

Transparenz

Eine der großen Aufgaben unserer Zeit ist es, in Bezug auf Algorithmen, das Mittelmaß an Transparenz und Sicherheit zu finden. Viele Auswertungen werden in der heutigen Zeit schon durch Algorithmen getätigt. Wie Kate Crawform, Forschungsleiterin bei Microsoft, der New York Times in einem Interview mitteilte: „Wenn wir (anhand eines Algorithmus) bewertet werden, was unsere Fähigkeit, eine Arbeitsstelle, ein Zuhause oder Bildung zu erhalten beeinflusst, sollte jeder das Recht haben, die Daten und deren Erstellung einzusehen, Fehler zu verbessern und die Entscheidung anzuzweifeln.“ Die Einsicht des Codes ist jedoch nicht immer das einzige Problem. Während Algorithmen fair und gerecht arbeiten müssen, muss auch der Einsatz den gleichen Prinzipien unterliegen.

Andererseits, ist die Transparenz von Algorithmen nicht immer von Vorteil. Oft hängt die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens mit Algorithmen zusammen oder sie werden in Bezug auf personenbezogene Daten oder Sicherheit verwendet. Hier gilt es die Daten zu schützen und nicht der Masse offenzulegen.

Zukunft

Die Transparenz von Algorithmen ist nicht immer ein einfaches Thema und muss nach Gegebenheit genau definiert werden. Doch ist es durchaus von Vorteil, auch große Entscheidungen durch Algorithmen auszuführen. In einem Zukunftsszenario kann hierdurch Geld und Zeit gespart werden und ein gerechteres bzw. objektiveres Ergebnis geschaffen werden.

Während auf der einen Seite die positiven Aussichten stehen, muss sich jedoch gefragt werden, wer für die Auswertung von Algorithmen gegenüber der Gesellschaft verantwortlich ist.

 

Quellen:

http://harvardpolitics.com/covers/algorithmic-decision-making-to-what-extent-should-computers-make-decisions-for-society/

https://algorithmwatch.org/de/

https://uni.de/redaktion/algorithmen

https://de.wikipedia.org/wiki/Algorithmus

 

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